• 1850-1869

Aus Notizen eines Kirchenpflegers in alten Schreibkalendern aus diesen Jahren geht hervor, dass damals zwischen 6 und 14 Musikanten bei Beerdigungen und Hochzeiten spielten und dafür geringfügig entlohnt worden sind. Vermutlich gab es auch vor dieser Zeit Musikanten in Maria-Thann.

  • 1894

Zur Kriegerdenkmaleinweihung wurde der Patenverein Heimenkirch mit Musik empfangen.
Am 03. Dez. 1894 wird die "Musik-Gesellschaft Maria-Thann" unter der Leitung von Josef Hagspihl und sechs weiteren Mitgliedern gegründet. In den Statuten wird der Zweck des Vereins und seine innere Organisation festgehalten. 

  • 1894- 1926

Aus den Aufzeichnungen des örtlichen Kampfgenossenvereins ist ersichtlich, dass die Musikkapelle neben den kirchlichen Festen auch die Feierlichkeiten anderer Vereine mitgestaltet.

  • 1902

Der junge Verein schafft sich eine Fahne an und richtet mit einer Fahnenweihe sein erstes großes Dorffest aus. Patenverein ist die Musikkapelle Opfenbach. 

 
  • 1914-1918
Alle Musikanten müssen in den ersten Weltkrieg ziehen. Zwei Gefallene werden beklagt.    
     
  • 1922-1939
Etliche junge Musikanten verstärken die Kapelle, die einen respektablen Aufschwung erlebte.   
  • 1927
Mit dem neuen Vorstand Franz Xaver Dorn wurde auch ein Protokollbuch eingeführt.  
  • 1936

Die Musikgesellschaft kleidet sich erstmals einheitlich ein: Schwarze Hose, weißes Hemd mit schwarzer Fliege, grüne Uniformjacke und Schirmmütze.

 
  • 1939-1946
Mit dem Ausbruch des 2. Weltkrieges wurden von 16 Musikanten 11 zur Wehrmacht einberufen. Sechs von ihnen überlebten den Krieg nicht. Die dezimierte Mannschaft blieb aber soweit es ging immer aktiv.    
     
  • 1945
Vorstand Kirchmann ordnete an, dass die Instrumente vergraben werden müssen, um sie vor den anrückenden Truppen in Sicherheit zu bringen.  
  • 1947

Antrag der Musikgesellschaft auf Wiederzulassung wird von der französischen Besatzung genehmigt. Dirigent Josef Kennerknecht bildet junge Bläser heran, um die Lücken zu schließen. Dabei wurden erstmals Klarinetten in das bis dahin reine Blechorchester eingefügt.

 
  • 1952

Vorstand Martin Kirchmann legt nach 18 Jahren sein Amt nieder und wird zum Ehren-vorstand ernannt. Unter seinem Nachfoger Adolf Ohlinger tritt die Kapelle zu ersten Mal bei einem Wertungsspiel in Sonthofen an wobei sie mit der Note "befriedigend" das erhoffte Prädikat klar verfehlte. Das Weihnachtskonzert mit Musikerehrung leitete eine neue Konzerttradition ein, die bis 1967 hielt und das bisherige Konzert im Sommer (Fronleichnam, Tag der Blasmusik) mit der Zeit ablöste.

 
  • 1954-1956

Die Kapelle wirkte bei drei Fahnenweihen und einer Primiz mit, wobei auch die eigene Fahne als erneuerungsbedürftig bezeichnet wurde. Erstmals zählte der Verein 20 Bläser.

   
  • 1958
Nach 25 Jahren übergab Dirigent Kennerknecht den Stab an seinen jungen Nachfolger Ernst Spieler. Kennerknecht wird 1962 an senem 40-jährigen Musikerjubiläum zum Ehrendirigenten ernannt.
Zur Fahnenweihe am 24. August kamen neben dem Patenverein Opfenbach noch 13 weitere Kapellen und nahmen am Gesamtchor, dem Festzug und am Unterhaltungskonzert im Festzelt teil.
   
 
 
 
  • 1962- 1987

Unter der Leitung von Dirigent Ernst Spieler entwickelte sich die Kapelle zu einem beachtlichen Orchester, das bei Wertungsspielen viele Auszeichnungen erringen konnte. Durch seine rege Ausbildungsarbeit erschloß er der Kapelle die moderne Unterhaltungsmusik mit Schlagzeug und Saxophon. 

 
  • 1966
Die Musikkapelle wird mit einer "Allgäuer Tracht" neu eingekleidet. Finanziert wird die Anschaffung zu einem großen Teil durch Spenden aus der Bevölkerung.   
  • 1967
Die alte Uniform wird an den Bläserchor Reusch in Unterfranken verkauft, woraus sich eine freundschaftliche Verbindung entwickelte.
Die ersten Damen werden an Instrumenten ausgebildet.
   
     
  • 1967

Zur Finanzierung der Trachten für 14 Jungbläser wurden 28 Tonnen Alteisen gesammelt. Auf dem Sportplatz findet zu ersten Mal ein Gartenfest statt und begründete damit die Tradition des Maria-Thanner Sommerfestes. Die Musikkapelle feiert ihr 57-jähriges Bestehen am Jahreskonzert.

 
  • 1972
Nach 20 Jahren erfolgreicher Arbeit übergibt Adolf Ohlinger das Amt des 1. Vorstandes an seinen Nachfolger Anton Pfeiffer weiter. Die Kapelle erfüllte ihm einen besonderen Wunsch und besuchte die "Musikgesellschaft Frohsinn" in Grosswangen in der Schweiz, wo er in jungen Jahren mitwirkte. Er wird 1975 zum Ehrenvorstand ernannt.  
  • 1976
Beim Wertungspiel zum Bezirksmusikfest in Hergensweiler trat die Kapelle erstmals in der Oberstufe an und errang auf Anhieb einen 1. Rang mit Auszeichnung.    
  • 1977
Mit der neuen Turn- und Festhalle bekam die Musikkapelle auch im Untergeschoß einen geräumigen Proberaum. Das Jahreskonzert in der neuen Festhalle war für die Kapelle ein historischer Tag.    
  • 1987
Der Verein firmiert neu unter dem Namen "Musikkapelle Maria-Thann e.V."    
  • 1988
Dirigent Ernst Spieler legt nach 30 Jahren den Taktstock nieder und wird zum Ehrendirigenten ernannt. Nachfoger wird Otto Müller aus Wasserburg. Zu Gunsten der Kirchenrenovation gab die Musikkapelle erstmalig ein Kirchenkonzert.    
  • 1989

style="font-size: small;">Das Sommerfest wird auf den Dorfplatz verlegt und nur noch am Sonntag abgehalten.

   
  • 1990
Ernst Müller übernimmt das Dirigentenamt. Die Kapelle zählt erstmals über 50 Mitglieder.    
  • 1991
Die 5 Bläserinnen und die beiden Fahnendamen erhalten eine neue Tracht. Bei den Herren werden die Westen und Hüte erneuert. Es beginnen die Vorbereitungen zum Bezirksmusikfest in 1993.    
  • 1992

Der Gegenbesuch der Brassband Frohsinn Grosswangen wird zu einem denkwürdigen Ereignis. Die Schweizer begeisterten mit ihrem Konzert in der Halle und der Umrahmung des Sonntagsgottesdienstes.

   
  • 1993

Ausrichtung der Wertungsspiele zum Bezirksmusikfest an denen sich 37 Musikkapellen und Gruppen beteiligen.
9. bis 12. Juli Ausrichtung des 23. Beziksmusikfestes, Bezirk 7 des ASM in Maria-Thann zum 100-jährigen Bestehen. 
Freitag: Es spielte der Sieger des Grand Prix der Volksmusik "Die Jungen Klostertaler"
Samstag: Großes Kinderfest und Country-Abend mit den Long-Riders 
Sonntag: Weckruf, Festgottesdienst und Frühschoppen mit der Patenkapelle, Gesamtchor auf Grund der Witterung im Festzelt, 
abends "Stimmungsparade der Blasmusik"
MontagTanz mit der "Combo Delago"
Trotz des Dauerregens ab Samstag Nachmittag, dem der Festzug am Sonntag zum Opfer fiel, wurde das Fest stark besucht und ein großartiger Erfolg. Mit einem "Helferfest" bedankten wir uns bei allen Mitwirkenden.

   
  • 1994

Wolfgang Boll wird Dirigent und Ernst Müller übernimmt das Amt des 1. Vorstandes. Anton Pfeiffer wird nach 22 erfolgreichen Jahren zum Ehrenvorstand ernannt. Damit wird auch in der Vereinsführung ein Generationswechsel vollzogen.

   
  • 1996-1999

Ernst Müller übernimmt wieder den Dirigentenstab und gibt sein Amt als 1. Vorstand im Januar 1997 an Georg Fuchs ab. 
Beim Pfarrfest 1996 gastiert die Brassband Matzendorf aus der Schweiz, woraus sich eine freundschaftliche Verbindung mit einem Gegenbesuch 1997 entwickelt. Der Besuch des Schützenfestes Meinerzhagen 1996 führte ebenfalls zu einer dauerhaften Beziehung. Die drei Tage im Sauerland bereiten allen Musikanten trotz extensiver und anstrengender Marschmusik soviel Spaß, dass wir seither alle 4 Jahre dort mitfeiern. Ab 1998 wurde das Sommerfest wieder um eine Abendveranstaltung mit einer Showband erweitert und auf den Parkplatz bei der Halle verlegt, was sich bislang als absoluten Glücksgriff erwies. 
1999 schloss unser Stammlokal, der Gasthof Hagspihl, die Türen. Von unserer Wirtin, der Adelheid, verabschiedeten wir uns, nachdem sie über 40 Jahren für unser leibliches Wohl gesorgt hatte, mit einem Ständchen. Am Jahreskonzert wurde Ehrenvorstand Anton Pfeiffer für 50 Jahre aktives Wirken in der MK geehrt. 

   
  •  2000-2003

Im Juni 2000 unternahm die MK zusammen mit der historischen Trachtengruppe d’Argentaler einen Ausflug nach Frankreich. Neben dem musikal. Engagement wurden auch einige Königsschlösser an der Loire besichtigt. Nachdem wir im Juli das Goldene Priesterjubiläum von GR Pater Artur Hochgesang mit über 500 Gästen feiern und bewirten durften, konnten wir im November den neuen Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Martin Weber begrüßen. Am Jahreskonzert hielt Präsident Karl Kling die Laudatio zu unserem 150-jährigen Bestehen. 2001 erreichte unsere MK erstmals die Zahl von 60 aktiven Mitgliedern und startete erfolgreich mit der Homepage im Internet. Nachdem unsere letzte Einkehrmöglichkeit am Ort zugemacht hatte, mussten wir unser Probelokal 2002 bewirtungstechnisch aufrüsten. Im Juli beehrten wir wieder einmal die MK Reusch im Frankenland bei deren Musikfest. In besonderer Erinnerung bleibt uns die Hochzeit von Graf Alois von Waldburg-Zeil-Hohenems und seiner ebenfalls adeligen Braut Antonella Rossi di Montelera aus Pianezza bei Turin im Sept. 2003. Auf Wunsch des Bräutigams durften wir zusammen mit unseren Partnern bei der Messe und auch bei der privaten Feier in Pianezza musikalisch mitwirken.

   
  • 2004- 2008

Da 2004 kein Verein das Bezirksmusikfest abhalten wollte, erklärten wir uns bereit, die Wertungsspiele und ein Musikantentreffen abzuhalten. Beim Wertungsspiel im April organisierten wir erstmalig eine offene Wertung unter 4 Oberstufenkapellen. Am folgenden Festabend durfte die Brassband Matzendorf mit einem Galakonzert glänzen. Nach dem wir wieder einmal das Schützenfest in Meinerzhagen besucht hatten, konnten wir 32 Kapellen bei uns zum Musikantentreffen mit Gesamtchor, Festzug und Fahneneinzug begrüßen. Als Festgelände benötigten wir dazu den Sportplatz und unser übliches Festgelände direkt an der Halle. Am Jahreskonzert wurde Anton Boll für sein 50jähriges aktives Wirken in der MK ausgezeichnet und zum Ehrenmitglied ernannt. 2004 unternahmen wir einen mehrtägigen Ausflug nach Berlin und erreichten im ASM-Oberstufenwettbewerb in Ebenhofen einen achtbaren 6. Platz von 11 „Siegerkapellen“ aus den Bezirken. Kurz vor unserem Jahreskonzert durften die Männer ihre Lederhosen in Empfang nehmen.

2006, am Jahreskonzert, legte Dirigent Ernst Müller seinen Taktstock bei de MK nieder. Er bleibt weiterhin Bezirksdirigent. Sein Nachfolger wird 2007 Andreas Loritz aus Eisenharz. Unter seiner Leitung erreicht die MK im ASM-Oberstufenwettbewerb in Dinkelscherben 2007 einen hervorragenden 4. Platz von 10 angetretenen „Siegerkapellen“ aus den Bezirken. 
Mit der Einweihung des Bürgerstüble im Dorfzentrum haben wir wieder eine Einkehrmöglichkeit gefunden.

     
  • 2009- 2013

2009 übergibt Georg Fuchs das Amt des 1. Vorstandes an Michael Müller. Beim Wertungsspiel in Scheidegg erreichten wir mit 95 Punkten in der Oberstufe ein Spitzenergebnis. Einen etwas verregneten Ausflug erlebten wir 2010 nach Bozen, wo wir das Ötzi-Museum besuchten und in Klausen beim Törggelen den Wein verkosteten. Auf der Heimfahrt machten wir noch in Innsbruck Station. 2011 machten wir wieder eine Informationsfahrt nach Berlin mit und besuchten etliche neue Gedenkstätten und natürlich auch den Reichstag. Am Jahreskonzert konnten 4 Musikanten, Helmut Fuchs, Ernst Müller, Adolf Ohlinger und Richard Speer, ihr 50jähriges Jubiläum feiern. Sie wurden zusammen mit Sepp Wiggenhauser zu Ehrenmitgliedern ernannt, der ebenfalls schon über 50 Jahre aktiver Musikant ist. Ernst Müller erhielt aufgrund seiner besonderen Verdienste die Bezeichnung Ehrendirigent. 
Die Beerdigung des GR, Pater Artur Hochgesang im Juni 2012 mit großer Anteilnahme seitens der Reiterschaften, der Polizeidirektion und beider Musikvereine stellt sicher ein einmaliges Ereignis in unserer kleinen Gemeinde dar. Anschließend durften wir über 300 Gäste zum Totenmal in der Festhalle bewirten. 
Mit dem neuen Motto „Sommernacht in Tracht“ gelang es uns, dem Sommerfest wieder neuen Schwung zu verleihen. 2013 statten wir wieder unseren Schweizer Freunden in Matzendorf einen Besuch ab. Am Jahreskonzert verabschiedeten wir unseren verdienten Dirigenten Andreas Loritz.